Eine Europalette (EPAL 1) ist 1200 mm lang, 800 mm breit und 144 mm hoch. Sie wiegt rund 25 kg, trägt nach den Angaben von EPAL Schweiz 1.500 kg und belegt eine Grundfläche von 0,96 m². Wer Ware auf Paletten verplant, rechnet aber selten mit diesen Zahlen allein: Es kommt darauf an, wie hoch die Ware plus Palette wird, was die Palette zur Nutzlast beiträgt und wie viele Paletten ein Fahrzeug aufnimmt. Dieser Ratgeber liefert die Maße der Europalette mit Fundstelle und rechnet vier typische Planungsfragen durch.
Europalette Maße auf einen Blick
| Merkmal | Wert | Fundstelle |
|---|---|---|
| Länge × Breite | 1200 × 800 mm (120 × 80 cm) | EPAL Schweiz, Datenblatt EPAL 1 |
| Höhe | 144 mm (14,4 cm) | EPAL Schweiz |
| Grundfläche | 0,96 m² (1,2 m × 0,8 m) | eigene Berechnung |
| Gewicht | ca. 25 kg | EPAL Schweiz |
| Tragfähigkeit | 1.500 kg | EPAL Schweiz |
| Max. Stapelbelastung (unterste Palette) | 5.500 kg | EPAL Schweiz |
| Aufbau | 11 Bretter, 9 Klötze, 78 Nägel | EPAL Schweiz |
| Lademeter | 0,4 ldm (0,96 m² ÷ 2,4 m) | eigene Berechnung |
Eine Besonderheit der Quelle: EPAL Schweiz führt Länge und Breite in der Tabelle in umgekehrter Reihenfolge (800 und 1200 mm). Gemeint ist dieselbe Palette; allgemein wird die lange Seite mit 1200 mm als Länge angegeben. Die Zahlen sind für die Europalette EPAL 1 gesprochen – eine gleich aussehende Palette ohne Kennzeichnung muss die Maße nicht einhalten.
Die Maße in anderen Einheiten
Je nach Fahrzeugdatenblatt, Frachtbrief oder Angebot kommen die Maße in verschiedenen Einheiten vor:
| Einheit | Länge | Breite | Höhe | Grundfläche |
|---|---|---|---|---|
| Millimeter | 1200 | 800 | 144 | – |
| Zentimeter | 120 | 80 | 14,4 | 9.600 cm² |
| Meter | 1,20 | 0,80 | 0,144 | 0,96 m² |
| Zoll (gerundet) | 47,2 | 31,5 | 5,7 | – |
Wichtig für Rechner und Tabellen: Wer im Palettenrechner Zentimeter einträgt, muss 120 und 80 schreiben, nicht 1200 und 800. Die Rechner auf dieser Seite fragen die Einheit deshalb ausdrücklich ab und raten sie nicht aus der Größe der Zahl.
Höhe: 144 mm Palette plus Ware
Die 144 mm gelten nur für die leere Palette. Beladen kommt die Höhe der Ware hinzu. Für die Ladeplanung ist das die entscheidende Größe, weil sie bestimmt, ob Paletten gestapelt werden können und ob die Ladung durch die Tür, in den Container oder unter eine Brücke passt.
Rechenbeispiel Standard-Sattelzug: Für den Standard-Sattelauflieger verwendet der Palettenrechner als Planungswert eine Innenhöhe von 2,70 m (tatsächliche Innenhöhen weichen je nach Aufbau und Hersteller ab).
- Einlagig: 270 cm − 14,4 cm Palette = 255,6 cm Warenhöhe.
- Zweilagig: (270 cm − 2 × 14,4 cm) ÷ 2 = 120,6 cm Warenhöhe je Lage. Eine Lage Ware darf dann nicht höher sein, sonst passt die zweite nicht mehr hinein.
Wie sich Stapeln auf Stellplätze und Lademeter auswirkt, steht im Ratgeber Stapelfaktor bei Lademetern. Ob die untere Palette die obere trägt, ist eine eigene Frage: Die Tragfähigkeit der Palette und die Stapelbarkeit der Ware müssen beide stimmen.
Gewicht: Das Eigengewicht zählt zur Nutzlast
EPAL Schweiz nennt für die Europalette etwa 25 kg. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, deshalb schwankt das Gewicht einzelner Paletten; Händlerangaben liegen häufig bei 20 bis 25 kg. Für die Planung reicht ein Ansatz von 25 kg, solange keine genaue Wägung vorliegt.
Das Eigengewicht der Palette gehört zur Ladung und verringert die Nutzlast:
- 33 Paletten × 25 kg = 825 kg nur für die leeren Paletten.
- 34 Paletten × 25 kg = 850 kg.
Bei einer Nutzlast von 24.000 kg, dem Planungswert des Standard-Sattelzugs im Beladungsrechner, dürfen 33 Paletten im Mittel rund 727 kg wiegen (24.000 kg ÷ 33), und zwar einschließlich der Palette selbst. Die Ware pro Palette darf damit im Mittel etwa 702 kg wiegen. Schwere Güter erreichen die Nutzlast also, bevor die Fläche ausgelastet ist; leichte Güter nicht. Wie Gesamtgewicht und Achslasten zusammenhängen, beschreibt der Ratgeber Achslast und Gesamtgewicht beim LKW.
Tragfähigkeit und Stapelbelastung
Auf dem Datenblatt von EPAL Schweiz stehen zwei Zahlen:
- Tragfähigkeit 1.500 kg: das Gewicht, das auf einer Palette befördert werden darf.
- Maximale Stapelbelastung 5.500 kg: das Gewicht, das auf der untersten Palette eines Stapels lasten darf.
Diese Quelle macht zur Tragfähigkeit nur diese eine Angabe. Andere Quellen unterscheiden zwischen dynamischer Belastung (Transport mit Stapler oder Hubwagen), statischer Belastung (ruhend auf ebenem Boden) und Regallagerung und nennen dafür unterschiedliche Werte. Diese Zahlen widersprechen sich teilweise, deshalb sind sie hier nicht übernommen. Wer eine Palette im Regal einlagert oder schwer beladen stapelt, sollte die Angaben des Palettenherstellers oder die aktuellen EPAL-Unterlagen verwenden.
Zwei Dinge lassen sich unabhängig davon festhalten:
- Gleichmäßig verteilte Last: Angaben zur Tragfähigkeit gelten für eine gleichmäßig auf der Palette verteilte Last, nicht für punktuelle Belastung.
- Tragfähigkeit ist nicht die Zuladung des Fahrzeugs. Eine Palette mit 1.500 kg darf nur so oft im Fahrzeug stehen, wie die Nutzlast es erlaubt: 16 Paletten à 1.500 kg wären bereits 24.000 kg.
Fläche, Lademeter und Stellplätze
Für die Frachtplanung zählt die Grundfläche. Die Europalette belegt 0,96 m². Wird die Fläche durch die Referenzbreite eines Lkw-Laderaums von 2,4 m geteilt, ergibt sich ihr Lademeter-Wert:
1,2 m × 0,8 m ÷ 2,4 m = 0,4 Lademeter
In einem Standard-Sattelzug mit 13,6 × 2,4 m Ladefläche liefert der Rechenkern dieser Seite diese Stellplätze:
| Anordnung | Europaletten | belegte Lademeter |
|---|---|---|
| längs (3 nebeneinander, 11 Reihen) | 33 | 13,2 |
| quer (2 nebeneinander, 17 Reihen) | 34 | 13,6 |
Die Querbeladung füllt die Fläche rechnerisch vollständig, lässt aber keinen Spielraum; ob sie praktisch möglich ist, hängt von der Be- und Entladung und vom Fahrzeug ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Palettenarten enthält der Ratgeber Europaletten und Palettenarten; die Umrechnung von Stückzahlen in Lademeter zeigt die Lademeter-Tabelle.
Rechenbeispiel: Passen zwei Paletten übereinander?
Sie wollen Kartons mit je 1,20 m Packhöhe auf Europaletten im Standard-Sattelzug transportieren und zweilagig stapeln.
- Höhe je beladener Palette: 14,4 cm + 120 cm = 134,4 cm.
- Zwei Lagen: 2 × 134,4 cm = 268,8 cm.
- Planungsinnenhöhe: 270 cm. Es bleiben 1,2 cm.
Rechnerisch passt der Stapel, praktisch ist der Abstand zu klein: Lagen, Verzurrung und Toleranzen im Aufbau brauchen Spielraum, und die Innenhöhe schwankt je Fahrzeug. Planen Sie in diesem Fall mit einer geringeren Warenhöhe oder prüfen Sie das konkrete Fahrzeug. Für die Gewichtsseite gilt: Wiegt jede Palette 450 kg, stehen bei 33 Stellplätzen und zwei Lagen 66 Paletten – das wären 29.700 kg und damit mehr als die Nutzlast von 24.000 kg. Nicht die Höhe, sondern das Gewicht wäre hier die Grenze.
Das Beispiel zeigt, warum Länge, Breite, Höhe und Gewicht zusammen geprüft werden müssen. Mit dem Palettenrechner lassen sich Stellplätze und Lademeter für eigene Maße berechnen, der Kartons-pro-Palette-Rechner liefert Lagenbild und Höhe.
Häufige Fehler bei den Palettenmaßen
- Nur die Warenmaße planen. Ragen Packstücke über die Palette hinaus, ändern sich Fläche und Lademeter. Maßgeblich ist die tatsächliche Grundfläche der beladenen Palette.
- Das Eigengewicht vergessen. Rund 25 kg je Palette sind bei vielen Paletten ein ganzer Zentner mehr in der Rechnung.
- Höhe nur mit der Ware rechnen. Die 144 mm Palettenhöhe werden bei jeder Lage mitgezählt.
- Europalette mit Industriepalette verwechseln. Die Industriepalette misst 1200 × 1000 mm und belegt 0,5 statt 0,4 Lademeter.
- Tragfähigkeit mit Zuladung gleichsetzen. Die Palette trägt 1.500 kg, das Fahrzeug aber nicht beliebig viele solcher Paletten.
- Zentimeter und Millimeter mischen. 120 × 80 cm ist etwas anderes als 1200 × 80 (ein häufiger Tippfehler).
Hinweis
Die Angaben zur EPAL 1 stammen vom Datenblatt von EPAL Schweiz, abgerufen am 21.10.2026; die Norm EN 13698-1, auf die sich Händler für die Maße berufen, konnte für diesen Beitrag nicht eingesehen werden, Toleranzen sind deshalb nicht genannt. Planungswerte für Innenhöhe und Nutzlast stammen aus den Rechenkernen dieser Seite und weichen je Fahrzeug ab. Verbindlich sind die aktuellen Unterlagen von EPAL und Ihrem Fahrzeug- oder Palettenhersteller.