Lademeter beschreiben ausschließlich, wie viel Ladefläche eine Sendung belegt. Für den Frachtpreis zählt aber auch das Gewicht. Damit beide Größen vergleichbar werden, rechnen viele Speditionen Lademeter in ein fiktives Gewicht um. Dieser Beitrag erklärt, wie das funktioniert, warum es keinen einheitlichen Faktor gibt und wie Sie das frachtpflichtige Gewicht selbst berechnen.
Warum Lademeter in Gewicht umgerechnet werden
Ein Sattelzug hat zwei knappe Ressourcen: rund 13,6 Lademeter Fläche und typischerweise etwa 24 Tonnen Nutzlast. Eine Spedition will beides möglichst gut verkaufen. Leichte, sperrige Ware – etwa Dämmstoffe, Verpackungen oder Möbel – belegt viel Fläche, verbraucht aber kaum Nutzlast. Würde sie nur nach Gewicht abgerechnet, wäre der Transport für die Spedition unwirtschaftlich.
Die Lösung: Die belegten Lademeter werden mit einem Faktor in ein Lademetergewicht umgerechnet. Anschließend wird es mit dem tatsächlichen Gewicht verglichen.
Der Umrechnungsfaktor ist tarifabhängig
Einen gesetzlichen oder genormten Faktor gibt es nicht. Jede Spedition beziehungsweise jedes Tarifwerk legt ihn selbst fest. Häufig liegen die Werte zwischen 1.500 und 2.000 kg je Lademeter. Besonders oft werden 1.850 kg und 1.750 kg genannt.
Ein Anhaltspunkt für die Größenordnung: 24 t Nutzlast verteilt auf 13,6 ldm ergeben rund 1.765 kg je Lademeter. Ein Faktor in dieser Höhe sorgt also dafür, dass Fläche und Gewicht eines voll beladenen Sattelzugs ungefähr gleich bewertet werden.
Prüfen Sie vor jeder Kalkulation die Tarifbedingungen Ihres Frachtführers. Der Faktor fließt direkt in den Rechnungsbetrag ein.
Frachtpflichtiges Gewicht: Es zählt der höhere Wert
Die zentrale Regel lautet:
Frachtpflichtiges Gewicht = höherer Wert aus tatsächlichem Gewicht und (Lademeter × Faktor)
Dieser Wert wird auch taxierendes Gewicht genannt. Ist die Sendung schwer und kompakt, zählt das echte Gewicht. Ist sie leicht und sperrig, zählt das Lademetergewicht.
Rechenbeispiel mit 1.850 kg je Lademeter
10 Europaletten mit je 0,4 ldm ergeben 4,0 ldm. Die Sendung wiegt tatsächlich 3.200 kg.
- Lademetergewicht: 4,0 ldm × 1.850 kg = 7.400 kg
- Tatsächliches Gewicht: 3.200 kg
- Frachtpflichtiges Gewicht: 7.400 kg
Wiegt dieselbe Sendung 9.000 kg (zum Beispiel Getränke), liegt das tatsächliche Gewicht über 7.400 kg. Abgerechnet werden dann 9.000 kg.
Vergleich verschiedener Faktoren
Für dieselbe Sendung (4,0 ldm, 3.200 kg) ergeben sich je nach Tarif unterschiedliche Werte:
| Faktor je ldm | Lademetergewicht | Frachtpflichtiges Gewicht |
|---|---|---|
| 1.500 kg | 6.000 kg | 6.000 kg |
| 1.750 kg | 7.000 kg | 7.000 kg |
| 1.850 kg | 7.400 kg | 7.400 kg |
| 2.000 kg | 8.000 kg | 8.000 kg |
Der Unterschied zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Faktor beträgt hier 2.000 kg frachtpflichtiges Gewicht. Wenn Sie Angebote vergleichen, sollten Sie daher nicht nur den Preis je 100 kg prüfen, sondern auch den zugrunde gelegten Faktor.
So nutzen Sie den Lademeter-Rechner dafür
Der Lademeter-Rechner auf der Startseite enthält ein Feld für den Umrechnungsfaktor. Tragen Sie die Maße, die Anzahl und das Gewicht je Stück ein und wählen Sie den Faktor Ihrer Spedition, etwa 1.850 kg. Der Rechner zeigt dann Lademeter, Lademetergewicht und frachtpflichtiges Gewicht nebeneinander. Gestapelte Ware können Sie über die Stapellagen berücksichtigen. Welche Regeln dabei gelten, erklärt Stapelfaktor bei Lademetern.
Lademetergewicht und Volumengewicht
Neben dem Lademetergewicht gibt es das Volumengewicht, das sich aus Kubikmetern ableitet. Es ist vor allem in der Luftfracht, bei Paket- und Expressdiensten sowie in der Seefracht üblich. Im Straßengüterverkehr mit Paletten wird meist mit Lademetern gerechnet, bei kleinen Packstücken oft mit Volumen. Für solche Fälle eignet sich der Volumengewicht-Rechner.
Typische Fehler
- Falscher Faktor: Der Wert aus einem alten Angebot wird übernommen, obwohl der Tarif sich geändert hat.
- Rundung übersehen: Manche Tarife runden Lademeter auf, bevor sie umrechnen.
- Stapelbarkeit nicht vereinbart: Gestapelt geplante Ware wird als nicht stapelbar abgerechnet, und die Lademeter verdoppeln sich.
- Gewicht geschätzt: Ist das echte Gewicht höher als angenommen, kippt die Abrechnung auf das tatsächliche Gewicht.
Umrechnung für typische Sendungen
Die folgende Übersicht zeigt das Lademetergewicht bei einem Faktor von 1.850 kg je Lademeter. Liegt das tatsächliche Gewicht darunter, wird nach dem Lademetergewicht abgerechnet.
| Sendung | Lademeter | Lademetergewicht (1.850 kg/ldm) |
|---|---|---|
| 1 Europalette | 0,4 | 740 kg |
| 1 Industriepalette | 0,5 | 925 kg |
| 5 Europaletten | 2,0 | 3.700 kg |
| 10 Europaletten | 4,0 | 7.400 kg |
| 33 Europaletten (voller Sattelzug) | 13,2 | 24.420 kg |
Eine Europalette mit Getränken wiegt schnell 700 bis 1.000 kg und liegt damit nahe am oder über dem Lademetergewicht. Eine Palette mit Dämmstoff wiegt oft nur 50 bis 150 kg und wird deshalb fast immer nach Lademetern berechnet.
Wie Sie das frachtpflichtige Gewicht senken können
- Stapelbarkeit nutzen: Stapelbare Ware belegt weniger Lademeter, wenn die Spedition sie gestapelt transportiert.
- Paletten gut ausnutzen: Ein durchdachtes Lagenbild füllt die Palette besser, wodurch weniger Paletten nötig sind. Der Kartons-pro-Palette-Rechner zeigt das optimale Lagenbild.
- Überstand vermeiden: Ware, die über die Palette ragt, vergrößert die abgerechnete Grundfläche.
- Tarife vergleichen: Bei leichter Ware wirkt sich ein niedrigerer Faktor direkt auf den Preis aus.
Wo finde ich den Umrechnungsfaktor?
Den Faktor finden Sie in der Regel in den Tarif- oder Preisbedingungen Ihrer Spedition, oft im Abschnitt zur Frachtberechnung oder zum frachtpflichtigen Gewicht. Typische Formulierungen lauten etwa „je angefangenem Lademeter werden … kg berechnet“ oder „Mindestgewicht je Lademeter“. Achten Sie dabei auf drei Details:
- Wird auf volle oder angefangene Zehntel-Lademeter aufgerundet?
- Gilt der Faktor für alle Relationen oder nur für bestimmte Länder?
- Gibt es zusätzlich ein Mindestgewicht je Palettenstellplatz?
Steht nichts dazu in den Unterlagen, fragen Sie vor der Buchung nach.
Fazit
Lademeter und Gewicht sind unabhängige Größen, die über einen tarifabhängigen Faktor verbunden werden. Typisch sind 1.500 bis 2.000 kg je Lademeter. Abgerechnet wird der höhere Wert aus tatsächlichem Gewicht und Lademetergewicht. Wer den Faktor seiner Spedition kennt, kann Frachtkosten zuverlässig vorab kalkulieren und Angebote fair vergleichen.