Lademeter beschreiben die Bodenfläche, die eine Sendung belegt. Kann Ware sicher übereinander gestapelt werden, belegt sie weniger Boden und damit weniger Lademeter. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie gestapelte Ware richtig berechnen, worauf Sie bei der Innenhöhe achten müssen und warum die Abrechnung je nach Spedition unterschiedlich ausfällt.
Was ist der Stapelfaktor?
Der Stapelfaktor gibt an, wie viele Lagen einer Ware übereinandergestellt werden dürfen. Ein Stapelfaktor von 2 bedeutet: Auf jeder Palette darf genau eine weitere stehen. Nicht stapelbare Ware hat den Faktor 1.
Entscheidend für die Lademeter ist nicht die Anzahl der Packstücke, sondern die Zahl der Bodenstellplätze, die sie belegen.
Die Formel mit Stapellagen
Bodenstellplätze = aufgerundet(Anzahl ÷ Lagen) Lademeter = Länge × Breite ÷ 2,4 m × Bodenstellplätze
Aufgerundet wird, weil ein Stellplatz auch dann belegt ist, wenn darauf nur eine Palette steht.
Rechenbeispiele
Beispiel 1: 20 Europaletten, zweilagig
- Bodenstellplätze: 20 ÷ 2 = 10
- Lademeter: 10 × 0,4 = 4,0 ldm
- Ohne Stapeln wären es 8,0 ldm.
Beispiel 2: ungerade Anzahl
11 Europaletten, zweilagig:
- Bodenstellplätze: 11 ÷ 2 = 5,5 → aufgerundet 6
- Lademeter: 6 × 0,4 = 2,4 ldm
Die elfte Palette belegt einen eigenen Stellplatz.
Beispiel 3: Industriepaletten dreilagig
30 Industriepaletten (0,5 ldm), je 0,80 m hoch, drei Lagen:
- Stapelhöhe: 3 × 0,80 = 2,40 m
- Bodenstellplätze: 30 ÷ 3 = 10
- Lademeter: 10 × 0,5 = 5,0 ldm statt 15,0 ldm
Ob drei Lagen zulässig sind, hängt von der Ware und vom Fahrzeug ab (siehe Innenhöhe).
Innenhöhe prüfen: passt der Stapel ins Fahrzeug?
Die gestapelte Gesamthöhe muss unter die Innenhöhe des Fahrzeugs passen. Planen Sie zusätzlich Luft zum Ein- und Ausfahren mit dem Stapler ein. Typische Innenhöhen:
| Fahrzeug | Innenhöhe (typisch) |
|---|---|
| Standard-Planenauflieger | ca. 2,70 m |
| Megatrailer | ca. 3,00 m |
| 7,5-Tonner | ca. 2,40 m |
| 20'- und 40'-Container | ca. 2,39 m |
| 40'-High-Cube-Container | ca. 2,69 m |
Beispiel: Zwei Paletten mit je 1,20 m Höhe ergeben 2,40 m. Sie passen in einen Standard-Planenauflieger. Zwei Paletten mit je 1,40 m ergeben 2,80 m. Das passt nicht in einen Standardauflieger mit 2,70 m, wohl aber in einen Megatrailer mit 3,00 m Innenhöhe.
Die Maße weiterer Fahrzeuge finden Sie in der Fahrzeugübersicht.
Stapelbarkeit: nicht nur eine Frage der Höhe
Auch wenn der Stapel ins Fahrzeug passt, ist nicht jede Ware stapelbar. Prüfen Sie:
- Druckbelastung: Halten Kartons und Verpackung das Gewicht der oberen Lage aus, auch bei Erschütterungen während der Fahrt?
- Gleiche Grundfläche: Die obere Palette muss vollflächig aufliegen. Ein Stapel aus Europalette auf Industriepalette ist instabil.
- Ebene Oberseite: Gewölbte oder unregelmäßige Ladung trägt keine weitere Palette.
- Ladungssicherung: Gestapelte Ware hat einen höheren Schwerpunkt und neigt eher zum Kippen. Sie muss entsprechend gesichert werden. Mehr dazu im Beitrag Ladungssicherung im LKW.
- Kennzeichnung: Packstücke mit dem Hinweis „nicht stapeln“ dürfen nicht unten stehen.
Wie Speditionen gestapelte Ware abrechnen
Die Abrechnung ist nicht einheitlich geregelt. Typische Varianten:
- Abrechnung nach Bodenstellplätzen: Stapelbare Ware wird nur mit den belegten Stellplätzen berechnet.
- Stapelbarkeit nach Definition des Frachtführers: Viele Tarife verlangen, dass Ware ausdrücklich als stapelbar angemeldet wird. Wird sie vor Ort als nicht stapelbar eingestuft, etwa wegen zu geringer Stauchfestigkeit, rechnet die Spedition die vollen Lademeter ab.
- Nicht stapelbare Ware mit Zuschlag: Manche Tarife berechnen Ware, auf die nichts gestellt werden darf, mit der vollen Stapelhöhe des Fahrzeugs, weil der Raum darüber verloren ist.
Klären Sie die Regeln deshalb vor der Buchung und geben Sie die Stapelbarkeit im Auftrag korrekt an.
So rechnen Sie mit dem Lademeter-Rechner
Im Lademeter-Rechner wählen Sie für jede Position die Zahl der Stapellagen (1 bis 4). Der Rechner ermittelt die Bodenstellplätze automatisch und zeigt Lademeter, Grundfläche und – falls Sie einen Umrechnungsfaktor angeben – das frachtpflichtige Gewicht. Prüfen Sie die Innenhöhe selbst, denn sie hängt vom Fahrzeug ab. Im LKW-Beladungsrechner wird die Lagenzahl zusätzlich gegen die Innenhöhe des gewählten Fahrzeugs geprüft.
Stapeln in der Praxis: Beispiel einer Teilladung
Ein Hersteller verschickt 26 Europaletten mit verpackten Kunststoffteilen. Jede Palette ist 1,25 m hoch und wiegt 280 kg. Die Ware ist laut Verpackungsspezifikation zweilagig stapelbar.
- Ohne Stapeln: 26 × 0,4 = 10,4 ldm
- Zweilagig: aufgerundet(26 ÷ 2) = 13 Stellplätze → 13 × 0,4 = 5,2 ldm
- Höhencheck: 2 × 1,25 m = 2,50 m – passt in einen Standard-Planenauflieger mit ca. 2,70 m Innenhöhe
- Gewicht: 26 × 280 kg = 7.280 kg – unkritisch
Mit Stapeln halbiert sich der Flächenbedarf. Für die Spedition wird die Sendung damit zu einer kleinen Teilladung statt zu einem großen Teil des LKW. Voraussetzung ist, dass die Stapelbarkeit im Auftrag angegeben und von der Spedition akzeptiert wird.
Häufige Fehler beim Stapeln
- Abgerundet statt aufgerundet: Bei 11 Paletten in zwei Lagen sind es 6 Stellplätze, nicht 5,5 oder 5.
- Innenhöhe vergessen: Der Stapel passt rechnerisch, aber nicht unter die Plane oder die Türöffnung.
- Unterschiedliche Formate gestapelt: Eine Europalette auf einer Industriepalette liegt nicht vollflächig auf.
- Stapelbarkeit nicht gemeldet: Die Spedition rechnet mit voller Fläche, weil die Angabe im Auftrag fehlte.
- Gewicht der oberen Lage unterschätzt: Die untere Verpackung wird zerdrückt, und die Ladung verliert ihre Stabilität.
Fazit
Stapeln kann die benötigten Lademeter halbieren oder sogar dritteln. Rechnen Sie mit aufgerundeten Bodenstellplätzen, prüfen Sie die Innenhöhe des Fahrzeugs und die Belastbarkeit der Ware und stimmen Sie die Stapelbarkeit vorab mit Ihrer Spedition ab. Nur dann wird die Ersparnis auch in der Abrechnung wirksam.